Liebe leben

“Liebe leben“ ist eine Anwendung der Hohelied-Inhalte für uns heute, die nach einer erläuternden Einleitung auf die einzelnen Lied-Gedichte eingeht. Um einzelne Abschnitte gezielt anklicken zu können, sind hier die Überschriften aufgelistet:

Liebe leben – das Hohelied für uns heute

Das lyrische Hohelied ist eine Liebesgeschichte in Liedern, die Salomo offenbar seinem Bergmädchen widmete. Gott vermacht auch uns ein ‘Hohelied’ – seine Bibel, in die Er das Hohelied Salomos einfügte. In den Hohelied-Gedichten liegen deshalb viel mehr Schätze verborgen, als man möglicherweise auf den ersten Blick meint. Welche Einsichten kann uns Gott daher durch das Hohelied noch offenbaren, während wir es vielleicht allein als ein romantisches Lyrikgedicht aus dem Altertum ansehen?

Die Antwort ist so vielfältig wie Mosaiksteinchen, die uns Gott aus dem unerschöpflichen Reichtum seiner Bibel schenkt. Daraus ergibt sich auf dieser Seite ein buntes Mosaik aus Gedanken, Anregungen und Zitaten, die sich auf die Aussagen der Hohelied-Gedichte beziehen. Zu jedem der Lieder gibt es ein Kernthema. Wir können dadurch entdecken, wie Gott persönlich zu einem jeden von uns spricht – durch sein Wort, und auch durch das Hohelied des Königs. Durch das entstandene Mosaikbild entdecken wir, dass uns das Hohelied auch heute noch mit Gott und unseren Mitmenschen verbinden kann.

So kann uns das diese Lieder auch heute noch inspirieren. Denn die wahre Liebe steht fest mit beiden Beinen im Leben - so stark wie ein Baum, der am Wasser verwurzelt ist ... und sie ist dennoch sanft wie der Duft der Rose ...

Die folgenden zehn anwendbaren Vertiefungen zu den zehn Lied-Gedichten sind ebenfalls ein Auszug aus dem Buch “Wie ein Lied der Liebe für Dich“. Sie sind mit dem Kurz-Titel und dem Kernthema des jeweiligen Liedes überschrieben, darauf folgen die Stichwörter aus seinen und ihren Liedern, auf die sich die Ausführungen beziehen. Der erste Teil der Ausführungen handelt dann von Gott und seiner Beziehung zu uns, und der zweite Teil von unseren Beziehungen zu unseren Partnern und Mitmenschen. Den Abschluss bildet ein kurzes persönliches Gebet zu diesen Gedanken als Anregung, und darunter befinden sich die Bibelvers-Angaben zu den Fußnoten im Text, sodass man sie auch selbst in Gottes Wort nachschlagen kann, das unsere reiche Schatzkammer ist.


Liebeslied – Liebe öffnet sich

Das Lied des Königs ist ein Geschenk an seine Frau. Es ist das schönste seiner Lieder.

Gott ist auch für uns unser König. Denn ‘die Regentschaft liegt auf seiner Schulter, und Er wird genannt: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater und Fürst des Friedens. Deshalb ist seine Regentschaft wunderbar, und mit Ihm auf dem Thron wird der Friede in seinem Reich kein Ende nehmen. Denn Er festigt und stützt sein Reich durch seine Rechtschaffenheit und Treue in alle Ewigkeit.’1

Und auch Er hat uns ein Hohelied seiner Liebe geschrieben. Es ist ein ganzer Liebesbrief – die Bibel. Denn ‘die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben worden. Und sie hilft uns, die Wahrheit zu verstehen.’2 Seite für Seite erzählt Gott darin von seiner Liebe zu uns: von seinem Plan zu unserer Rettung und Erlösung und von seiner selbstlosen Aufopferung, von seinen Verheißungen, seinem hilfreichen Rat und seinen Grundsätzen der Freiheit, von seiner unendlichen Geduld, mit der Er uns Menschen nachgeht, von seinem Wunsch, dass wir einmal für immer in seiner Herrlichkeit leben, und von so vielem mehr. Seine Heilige Schrift ist tatsächlich das schönste Hohelied, das es gibt. Deshalb ‘bewahre dieses schöne Gut, das dir anvertraut wurde.’3

Auch wir als Frauen und Männer dürfen Träger seiner Botschaft sein. So möge sein Liebesbrief und Hohelied – sein Wort der Bibel – auch unsere Gedanken füllen, sodass es in unserem Wesen und Leben sichtbar wird. Denn ‘wir sind ein Brief, den alle Menschen lesen.‘ Es werde somit ‘allen bekannt, dass wir ein Brief Christi sind, der nicht mit Tinte geschrieben wurde, sondern mit dem Heiligen Geist des lebendigen Gottes – und das nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf solche Tafeln, die Herzen aus Fleisch und Blut sind.’4

Und die wahre Liebe, die einen erfüllt, möchte sich verschenken. So lasst auch uns den Menschen, die wir lieben, mit den Worten eines Schreibers in der Bibel sagen: “Ich fühle mich so sehr mit Liebe zu euch hingezogen, dass ich willig bin, mein eigenes Leben mit euch zu teilen. Denn ihr seid mir so sehr ans Herz gewachsen.“5

Deshalb verschenke ebenfalls ein Lied oder ein Gedicht, schreibe einen kleinen Liebesbrief oder eine liebe Nachricht, um den Menschen, die deinem Herzen nahestehen, deine Liebe zu zeigen.

„Herr, Du bist der höchste König und Friedefürst in meinem Leben, denn ich weiß, dass Du mich liebst. Von Dir kommt das schönste Hohelied der Liebe, dein Wort. Möge durch Dich auch mein Leben zu einem geschriebenen Brief der Liebe werden, das allen von Dir erzählt.“

1 i.Jes9,5-6      2 i.2Tim3,16      3 i.2Tim1,14      4 i.2Kor3,2-3      5 s.1Thes2,8


Erinnerungslied – Liebe heilt

Dem Mädchen erscheint ihre Haut dunkel. Sie wünschte, sie wäre so anmutig wie die Kostbarkeiten im Heiligtum Gottes. Ihre Brüder waren streng mit ihr. Sie selbst konnte sich nicht um sich kümmern.

Gott liebt uns immer – auch wenn wir seelisch befleckt und mit dunkler Vergangenheit belastet sind. ‘Der Sohn Gottes ist gekommen, um zu retten’1, und Er ist ‘für uns gestorben, als wir noch Sünder waren’.2 ‘Wenn wir meinen, wir haben keine Sünde, betrügen wir uns nur selbst’,3 dagegen dürfen wir vertrauensvoll zu Ihm kommen und Ihn bitten: “Reinige mich von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine Vergehen. Erschaffe in mir ein reines Herz mit einem willigen Geist.“4 Er antwortet uns darauf: “Ich habe dich erhört und dir geholfen. Denn jetzt ist der richtige Tag dafür. - An deine Sünden will ich nicht mehr denken. - Du bist durch den Heiligen Geist in Ordnung gebracht worden.“5

Er schenkt jedem einen Neuanfang. Wenn wir Schwierigkeiten erfahren oder von anderen verletzt wurden, kämpft Er für uns, auch wenn wir es jetzt nicht sehen. Er wacht sorgsam über uns und verwendet alles für uns zum Guten, damit wir wachsen. Er, ‘der treu ist, wird nicht zulassen, dass wir über unsere Kräfte von Versuchungen bedrängt werden. Bei jeder Versuchung schafft Er auch den Ausweg.’6 Und unser ‘Durchhalten bewirkt, dass wir uns bewähren’.7 Gott festigt uns, wir sind für Ihn kostbar, denn ‘wir sind der Tempel Gottes’ und sein ‘Schmuck’.8

Gott ist auch der Einzige, der all unsere Bedürfnisse stillen kann. Weil wir alles von Ihm empfangen, brauchen wir von einem Partner nicht das Unmögliche erwarten, dass er all unsere Sehnsüchte stillt. Solche Erwartungen ersticken eine Beziehung. Und auch Verletzungen aus der Kindheit können sie belasten. ‘So lasst uns jeden Ballast abwerfen und mit Ausdauer vorangehen, indem wir auf Jesus sehen, der unser Vertrauen geweckt hat und es völlig stärken wird. Betrachtet Ihn, wie Er die Anfeindung der Sünder ertragen hat.’9 So ‘trage deinen Mitmenschen nichts nach. - Empöre dich nicht über schlechte Menschen. Ruhe im Herrn und warte auf Ihn! Lass den Groll! Es führt nur zum Unheil.’10

Gott hilft uns, zu verzeihen, damit wir loslassen können, seelisch frei werden und nicht die Schuld anderer auf den Partner übertragen. Ebenso ‘zieht Stolz herunter’11 und trennt uns von Gott und dem Partner. Gott rät uns auch, die falschen Vorstellungen und Fabeln über Liebe und Lebensführung in den weltlichen Medien aufzugeben, weil sie unsere Gedankenwelt und Ehen vergiften.12 Er bittet uns, unsere Gespräche von Unzucht und Witzelei frei zu halten und uns nicht auf den Alkohol und Süchte einzulassen – alles Dinge, die unseren Charakter herabwürdigen.13 Unsere seelische und körperliche Gesundheit ist Ihm wichtig. Daher schreibt Er uns in seinem Wort: “Wenn ‘ihr esst oder trinkt oder was immer ihr auch tut, tut alles zur Ehre Gottes’. Denn ‘euer Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes, der in euch wohnt. Ihr seid um einen hohen Preis erkauft worden. - Deshalb setzt alles daran, dass aus eurem Glauben ein guter Charakter erwächst, der zur Erkenntnis führt. Durch die Erkenntnis erweist Selbstbeherrschung, und habt darin Durchhaltevermögen. Und in solch einem lebendigen Glaubensleben zeige sich die Liebe!’14

„Herr, schenke mir Kraft und Weisheit, um Sorgen und Schmerz durchzustehen, anstatt die Schuld auf Umstände und Menschen zu schieben. Ich will mich für den Partner rein halten und übergebe Dir auch meine Abhängigkeiten. Bitte hilf mir, verletzende, egoistische und kindische Verhaltensweisen abzulegen. Verändere mich, dass ich für den anderen das sein kann, was er braucht. Ich bin schwach, doch Du bist stark. Danke, dass Du mich befreist.“

1 i. Lk 19,10     2 i. Röm 5,8     3 i. 1Jo 1,8-9     4 i. Ps 51,3-19     5 i..2Kor 6,2; Jes 43,25; 1Kor 6,11     6 i. 1Kor 10,13     7 i. Röm 5,3-5     8 i. 2Kor 6,16; Jer 13,11     9 i. Heb 12,1-3     10 i. 3Mo 19,18; Ps 37,1-11     11 i. Spr 29,23      12 s. 1Tim 4,7     13 s. Eph 5,3-19     14 i. 1Kor 10,31; 6,19-20; 2Pet 1,4-7


Hirtenlied – Liebe ist fürsorglich

Der Wanderhirte, der ihr Herz gewonnen hat, weidet seine Herde. Wenn sie ihn sucht, möge sie ihm folgen.

Gott ist unser Hirte, der sich Tag und Nacht um uns kümmert. Er möchte unser Herz gewinnen, denn nur dann werden wir Ihm vertrauensvoll nachfolgen. So kam Jesus in Menschengestalt zu uns und sagte: “Ich bin der gute Hirte, ich lasse mein Leben für die Schafe. Niemand kann sie aus meiner Hand rauben. - Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Es ist der Wille meines Vaters, dass ich alle, die Er mir anvertraut hat, am letzten Tag dieser Welt vom Tod auferwecke. - Ich selbst will das Verlorene suchen und das Verlaufene zurückbringen, das Verletzte will ich verbinden und das Kranke heilen.“1

‘Und Gott selbst ist es, der uns allen das Leben gibt. Er hat unsere Lebenszeit dazu bestimmt, dass wir Ihn suchen können – obwohl Er ja keinem von uns fern ist. Denn durch seine Gegenwart leben und wirken und existieren wir.’2 Hier auf Erden sind wir nur Wanderer, doch Gott wird uns einst heimführen zu einem bleibenden Zuhause. Deshalb wollen wir uns ‘auf das ausrichten, was oben im Himmel ist. - Denn das Sichtbare besteht nur eine Zeit lang, doch das Unsichtbare bleibt ewig bestehen.’3 Selbst wenn wir hier wie Verlierer aussehen mögen, weil wir als Nachfolger auf so manches verzichten, werden wir doch am Ende alles gewinnen.

Gott dient uns, und inspiriert uns dadurch, dass auch wir für unsere Partner da sein wollen, indem wir helfen, beistehen, heilen, mitfühlen und sie mit Liebe gewinnen, ihnen Gutes tun und zu ihrem Besten wirken, auch wenn es uns Opfer kosten mag. ‘Wir sind zur Freiheit berufen worden. Verwenden wir sie dafür, um einander durch die Liebe zu dienen.’4

Eine Frau kann zum Beispiel Gott für ihren Ehemann danken, der willig arbeitet, um für die Familie zu sorgen. Es ist wichtig, ihm gegenüber das auch mit Worten anzuerkennen, denn ein Mann drückt damit seine Liebe aus. Sie kann an seinem Berufsleben Interesse zeigen und ihn unterstützen, kann mit ihm zusammenarbeiten, ohne ihm Vorschriften zu machen, wie er die Dinge tun soll. Sie kann für seine Interessen offen sein und daran teilnehmen, kann Gemeinsamkeiten suchen und pflegen und mit den Kindern zusammen sein Leben teilen. Es ist auch entscheidend, nicht von ihm zu erwarten, dass er Gedanken lesen kann, sondern ihm präzise zu sagen, was man gerade braucht, was man denkt und fühlt. Es ist ihm eine große Hilfe, um wiederum ihr als seiner Ehefrau zu helfen.

Ein Ehemann kann Gott bitten, dass Er ihn als einen Mann Gottes wachsen und reifen lässt, sodass er die Verantwortung, die Gott ihm anvertraut hat, auch verantwortungsbewusst auf sich nehmen kann. Ausschlaggebend ist es auch, dass er sich Zeit für die Familie nimmt. Er kann es lernen, seine Frau an seinem Leben, seinen Gedanken und seinem Empfinden teilhaben zu lassen, damit sie nicht raten muss – auch wenn es ihm nicht leichtfällt, sich zu öffnen. Der Heilige Geist möchte ihm helfen, dass er sich Gott als Beispiel nimmt, um ein guter Hirte der Familie zu sein. Gott bittet die Männer: “Leitet die euch Anvertrauten mit geschickten Händen’, ‘wie es Gott gefällt, auch bereit-willig, indem ihr Vorbilder für sie werdet.“5

... Und Gott wird uns alle in diesem unserem Bemühen reichlich belohnen.

„Herr, ich möchte deine Fürsorge nicht übersehen, sondern sie täglich und bewusst wahrnehmen. Ich möchte auch in meiner Ehe dem anderen eine Hilfe sein, wie er es sich wünscht. Möge durch meinen Dienst das Leben des anderen ein wenig leichter werden und es ihm den Weg zum ewigen Leben ebnen. ’Ich will den guten Weg gehen und darauf verständig handeln. Ich will mit aufrichtigem Herzen einen guten Lebenswandel in meinem Haus führen’,6 sodass unser Heim uns vorbereiten kann auf das ewige Heim bei Dir.“

1 i. Joh 10,10-28; 6,37.39; Hes 34,15-31      2 i. Apg 17,25-28      3 i. Kol 3,1; 2Kor 4,18       4 i. Gal 5,13      5 i. Ps 78,70-72; 1Pet 5,2-4      6 i. Ps 101,2


Sommerlied – Liebe ist wertschätzend

Er findet sie schön. Ihre Augen sind voller Liebe. Sie findet, dass auch er gut aussieht und dass er so gut zu ihr ist. Sie fühlt sich zwar wie eine einfache Feldblume, doch er sieht sie als seine Lilie an. Und er ist für sie wie ein Apfelbaum, in dessen Schatten sie glücklich ruhen kann und dessen Früchte der Zuneigung für sie süß sind.

Gott sieht uns mit den Augen seiner Liebe. Er ‘sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht, Er sieht auf das Herz’.1 Weil Er unsere Beweggründe und unseren Hintergrund kennt, beurteilt Er uns anders, und darum können wir uns Ihm öffnen, denn Er missversteht uns nicht. Deshalb ‘vertrau auf Ihn und schütte Ihm dein Herz aus. Denn Er ist unsere Zuflucht.’2 Das Wissen um seine Liebe und Güte hilft uns daher, umzukehren, zu Ihm zu kommen und unsere Schuldenlast bei Ihm abzulegen.3 Jesus sagt zu uns: “Kommt her zu mir alle, die ihr beladen seid! Ich schenke euch Ruhe. Lernt von mir. Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe für eure Herzen finden. - Ich bin das Brot des Lebens. Wer mich zu sich nimmt, der wird leben, und die Worte, die ich euch gesagt habe, sind Leben. - Seht die Lilien an, wie Gott sie wachsen lässt. Belastet euch daher nicht mit Sorgen, denn euer himmlischer Vater weiß, was ihr braucht. So strebt an erster Stelle danach, eine rechte Gemeinschaft mit Ihm zu pflegen.“4

Gott stärkt uns durch das Gespräch mit Ihm. Wenn wir uns gering fühlen, richtet Er uns auf, füllt unsere innere Leere aus und schenkt uns ein sinnerfülltes Leben. Er ist dein wahrer Lebensbaum und Er ‘selbst ist dein schützender Schatten über dir’,5 bei Ihm bist du geborgen. ‘Gott hat dich herrlich gemacht.’6

Wenn wir uns von Jesus die Augen öffnen lassen, dann sehen wir ‘alles richtig und klar’7, dann sehen wir unsere Familie mit seinen Augen. Er hat für sie sein Leben gegeben, das ist der unschätzbare Wert, den sie für Ihn haben. Auch wir können ihnen unsere Wertschätzung zeigen und ihre Persönlichkeit fördern, sie aufrichten, wenn sie sich minderwertig fühlen, und es anerkennen, wenn das, was sie tun, Früchte trägt. Wir können ihr Wesen immer wieder neu entdecken und unser Band dadurch stärken, dass wir mit ihnen sprechen, ihnen in die Augen schauen und einander berühren. Mit einer freundlichen Stimme und freundlichem Gesichtsausdruck verteilen wir Sonnenstrahlen. Uns selbst tut ein Kompliment oder ein Lob gut. Verschenken wir daher mindestens drei am Tag, um zu zeigen, wie wertvoll uns der andere ist. ‘Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein gutes Wort zur rechten Zeit gesagt. - Ein guter Mensch ist darauf bedacht, das zu sagen, was guttut’ und ‘dem Frieden dient’. Deshalb lasst ‘kein unschönes Wort über eure Lippen kommen, sondern Worte, die aufbauen.’8 So möge sich unser Glaube darin offenbaren, dass wir diese Dinge in unserem Eheleben tun und sorgsam und sanft mit den Gefühlen des anderen umgehen.

Ein Mann kann die Fantasie entwickeln, seine Frau zu seiner Lilie zu machen, und sich so verhalten, dass sie ihn gerne bei sich zu Hause hat. Möge er in Gott verwurzelt sein, dass er für sie wie ein Baum sei, an den sie sich anlehnen kann. Und eine Frau kann die Sanftheit und Kreativität entwickeln, für ihren Mann diese Lilie zu sein, an der er sich freut. Sie kann ein Zuhause schaffen, in das er gerne heimkommt. – Wohnt durch euch ein liebevoller Glaube an Gott in eurem Heim, so werden auch Engel gerne unter euch wohnen und Gott wird über eure Verbindung wachen.

„Herr, bitte hilf mir, unser Heim durch meine Wärme zu einem Stück Himmel auf Erden zu gestalten. Möge es auch dadurch ein Zuhause und eine Zuflucht sein, dass ich jemand bin, bei dem sich mein Schatz ausruhen kann, offene Arme und Ohren findet und ein Wort, das ihn aufrichtet. Bitte, hilf mir, ein Sonnenschein zu sein.“

1 i.1Sam16,7      2 i.Ps62,9      3 s.Röm2,4      4 i.Mt11,28-29;6,28-34;Joh6,35.57.63      5 i.Ps121,5      6 i.Jes55,5      7 i.Mk 8,25      8 i. Spr 25,11; 10,32; Röm 14,19; Eph 4,29


Frühlingslied – Liebe achtet

Sie hört seine Stimme. Er kommt zu ihr und ruft ihr zu, dass die Regenzeit vorüber ist. Die Blumen blühen und duften, die Zeit der Lieder ist da. Er bittet sie, mitzukommen, denn für ihn ist ihr Wesen voller Anmut.

Gott sagt durch Jesus zu uns: “Ich komme zu euch, und ich sende euch den Heiligen Geist der Wahrheit als euren Beistand. Wenn Er gekommen ist, so wird Er mein Zeuge sein. Aber auch ihr seid meine Zeugen. - Denn jeder, der meine Worte hört und sie auslebt, der ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf den Felsen baut. Wenn ein Platzregen und Stürme toben, fällt sein Haus nicht ein.“1 Das heißt: Wir können dann feststehen, wenn wir die Wahrheit über Gottes Liebe kennen, wie sie uns seine Bibel bezeugt. Auch die Schönheit seiner Schöpfung zeugt von seiner Fürsorge und seinen Wundern. Selbst ernstzunehmende Wissenschaftler haben erkannt, dass alles in der Natur und in den Organismen so aufeinander abgestimmt ist, dass es eine zufällige Entwicklung unmöglich macht. Die Gene, die Baupläne alles Lebenden, sind das ausgefeilteste Informationssystem im Universum. Sie zeugen davon, dass nur ein genialer Schöpfer sie entworfen und ausgeführt haben kann. Gott als unser Schöpfer hat auch die Macht, unseren Charakter zu erneuern. Wenn wir unseren ‘alten Lebenswandel’ ablegen, gibt Gott uns ‘eine neue, veränderte Herzensgesinnung’. Denn wer ‘in Christus lebt, ist ein neu geschaffener Mensch’2. Jesus kann uns außerdem unvergänglich neu erschaffen, wenn Er zur Erde zurückkehrt und uns aus dem Todesschlaf ruft. Er, der ein Universum mit den Worten ‘Es werde’ in den leeren Raum stellte, Er kann uns zu einem neuen und ewigen Leben erwecken.

Gott hat die Natur herrlich geschaffen und sie ist sein Eigentum. Wir wollen daher verantwortlich mit ihr umgehen und als Paar und als Familie tun, was wir können, um sie zu bewahren, denn ‘die Schöpfung wartet sehnsüchtig darauf, dass wir darin als gläubige Kinder Gottes erkennbar werden.’3 Wir können zudem als Familie in der Natur ihre Wunder neu entdecken. In der Stille der Schöpfung kommen wir auch zur Ruhe, hören wieder die feinen Töne, werden sensibel für ihre Düfte und sehen die kleinen Details. Dadurch können wir auch wieder einen Blick für die Schönheit im Wesen unseres Partners erhalten. Wir Menschen sind nach Gottes Bild geschaffen und wir brauchen einander. So ‘lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun’, und ‘unser Brot mit Notleidenden zu teilen.’4 Auch die Schöpfung lebt vom Teilen und beschenkt uns täglich neu. ‘Gott sah damals alles an, was Er erschaffen hatte und es war sehr gut. Und am siebten Tag vollendete Gott seine Schöpfung, ruhte an diesem Tag, segnete ihn und weihte ihn sich als seinen eigenen besonderen Tag.’5 Er wählte ihn aus, damit auch wir zur Ruhe finden, Zeit haben für Ihn und für die Schöpfung. Schon unter der Woche können wir jeden Morgen und Abend Gemeinschaft mit Gott haben und Andacht mit unseren Familien halten, indem wir Lieder singen, Gott loben und zusammen in seinem Wort lesen. Und darüber hinaus können wir das zusammen mit unserer Glaubensfamilie an Gottes Ruhetag tun. Es liegt ein großer Segen darauf.

„’Herr, Du verstehst meine Gedanken. Du hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Wunderbar sind deine Werke, und mein Herz erkennt das.’6 Deshalb will ich auch deine Geschöpfe in der Tierwelt gut behandeln und sie nicht für einen selbstsüchtigen Nutzen misshandeln oder sie misshandeln lassen. Und ich will Dich vor allem dadurch achten, dass ich die Menschen und die Kinder anderer Länder als deine Kinder und meine Geschwister achte. Ich will sie nicht ausnützen, sondern mit ihnen teilen, was Du mir anvertraut hast. Ich möchte als ein guter Verwalter den Menschen und besonders meiner Familie zum Segen werden. Hilf mir auch daran zu denken, dass Du einen Plan mit mir, mit uns als Paar und als Familie hast. Dafür will ich Dir danken und für Dich meine Lieder singen.“

1 i. Joh 14,18; 15,26-27; Mt 7,24-25       2 s. Eph 4,21-24; 2Kor 5,17      3 s. Röm 8,19.22        4 s. Gal 6,9; Pred 11,1-2       5 i. 1Mo 1,31; ,2,1-4       6 i. Ps 139,1-14


Berglilienlied – Liebe ist treu

Ihr Liebster gehört in ihrem Herzen zu ihr und sie zu ihm. Da der Tag verweht und die Schatten lang werden, bittet sie ihn, zurückkommen und über jene Berge zu laufen, die sie jetzt trennen.

Gott ist unser himmlischer Vater, und wir sind seine Familie. Gottes Sohn verband seine Göttlichkeit mit dem Mensch-Sein, und dadurch vereinte Er die Menschheit fest mit Gott, und Gott verband sich untrennbar mit uns – auch wenn uns jetzt noch der Schleier der Unsichtbarkeit trennt. ‘Gott selbst hat gesagt: „Ich will dich ganz sicher nicht verlassen.“ Deshalb können wir voller Zuversicht sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich brauche mich nicht zu fürchten’, selbst wenn Berge von Problemen vor uns aufragen. ‘Gott ist treu. Und die Ihn lieben und sich an seine Gebote halten, wissen, dass Er an seinem Bund mit ihnen und an seiner Güte festhält.’1 Jesus hat versprochen: “Ich lasse dich nicht verwaist zurück, der Vater gibt dir seinen Beistand, den Heiligen Geist der Wahrheit. Er bleibt bei dir und in dir. Er wird dich alles lehren und an all das erinnern, was ich euch gesagt habe. - Mit Vertrauen gib mir dein Herz und hab Freude an meinem Handeln.“2

So ‘bleibe Ihm treu’, ‘habe Geduld und werde im Herzen unerschütterlich fest, denn seine Rückkehr ist nah! - Durch diese Hoffnung freue dich, in Schwierigkeiten halte durch und im Gebet bleibe ausdauernd.’3 Das wollen wir tun, denn ‘wir lieben Jesus und glauben Ihm, auch wenn wir Ihn jetzt noch nicht sehen können.’4 Doch wir sind mit Ihm verbunden, wenn wir in unseren Morgen- und Abendandachten Ihm unser Herz über-geben, Ihn bitten, uns zu reinigen und wir täglich sein Wort lesen, um von Ihm zu lernen.

Die Schatten werden bereits lang, der Erdentag neigt sich dem Ende zu und Gottes Verheißungen werden bald wahr. ‘Jesus, der das bezeugt, sagt zu uns: „Ja, ich komme bald. - Ich werde euch wiedersehen und ihr werdet euch von ganzem Herzen freuen.“5

Gott hilft uns auch, dass wir als Paar innerlich zusammenwachsen und nicht auseinanderdriften. Die Treue zueinander trägt durch Zeiten der Trennung, und in den Gedanken und Gebeten können wir miteinander verbunden bleiben.

Was uns seelisch trennt, wollen wir klären und uns aussöhnen, wollen mit unseren Fehlern offen und ehrlich sein, damit trennende Verletzungen heilen können. Zwiespalt und Unfrieden würden auch trennend zwischen Gott und uns stehen. Daher, ‘wenn ihr betet, vergebt zuerst, was ihr gegen jemanden habt; denn euer Vater im Himmel vergibt euch eure Übertretungen auch.’6 So ‘lasst uns nicht nur mit Worten lieben, sondern mit Taten. Und was immer wir bitten, werden wir von Gott empfangen, wenn wir uns an seine Gebote halten und das tun, was Ihm Freude bereitet. Und sein Gebot ist, dass wir Jesus glauben und uns einander lieben. Dadurch bleiben wir mit Gott verbunden, und durch den Heiligen Geist wohnt Er in uns.’7 So seien unsere Gebete nicht selbstsüchtig, sondern von seiner Liebe geleitet. Er hat uns die wunderbarsten Verheißungen gegeben, die wir mit reinem Herzen und nach seinem Willen in Anspruch nehmen dürfen. Er erhört uns, auch wenn wir es nicht gleich sehen. ‘Überlass dem Herrn die Führung auf deinem Lebensweg und vertraue Ihm, und Er wird handeln. Ruhe im Herrn und warte auf Ihn.’ Denn ‘die Fürsorge Jesu ist mit dir.’8

„Herr, es ist das größte Wunder und die größte Liebeserklärung, dass Du selbst Mensch wurdest und Dich dadurch fest mit uns verbunden hast. So hilf mir mit deiner Liebe, damit ich auch meinem Schatz so nahe kommen kann, dass wir im Herzen eins werden. Deshalb bitte ich Dich, komm und sei Du der Erste und Höchste in unserem Bund. Durch das Gebet und in der engen Beziehung zu Dir werde auch unsere Beziehung gefestigt und gestärkt.“

1 i. Heb 13,5-6; 5Mo 7,9       2 i. Joh 14,16-26; Spr 23,26      3 i. Ps 37,3; Jak 5,8; Röm 12,12      4 i. 1Pet 1,8      5 i. Offb 22,20; Joh 16,22      6 i. Mk 11,25      7 i. 1Jo 3,18-24      8 i. Ps 37,4-7; Offb 22,21


Freudenlied – Liebe behütet

Die Wachen tragen zum Schutz ihr Schwert kampfbereit an der Seite. Und der Friedekönig trägt die Hochzeitskrone, mit der eine Mutter den Sohn in Zustimmung krönt. Für ihn ist das ganze Wesen seiner Braut makellos, sie hat abgesondert gelebt. Und er bittet sie, mit ihm von den Löwen fortzugehen, in die Sicherheit zu ihm.

Gott kennt den Zeitpunkt, wann Jesus als unser Friedefürst zurückkehrt. Bis dahin schickt Er dir ‘seine Engel, damit sie dich behüten’, denn ‘Satan läuft wie ein Löwe umher und sucht, wen er vernichten kann.’1 ‘Deshalb lege die Waffenrüstung Gottes an und stehe fest, indem du dich mit der Wahrheit über Gott umgürtest, dir Liebe anziehst und bereit bist die Frohe Botschaft zu verkünden. Nimm den Glauben, mit dem du alle Pfeile des Widersachers unwirksam machen kannst! Und verwende das Schwert des Heiligen Geistes, welches das Wort Gottes ist.’2

Die Welt strebt meist nach Geld und Befriedigung. ‘Doch strebe du als Gotteskind stattdessen nach einem zuversichtlichen Leben in Gott, und nach Durchhaltevermögen und Sanftmut. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Ergreife das ewige Leben, zu dem dich Gott berufen hat.’3 Die Welt wird letztlich durch die Selbstsucht im Chaos enden und unbiblischen Lehren folgen. Wenn Jesus dann sichtbar in den Wolken erscheint, um uns in Sicherheit zu bringen, wird die zerstörte Welt untergehen.4 Aber du wirst mit Ihm ewig leben. ‘Und du wirst wie eine prachtvolle Krone in der Hand des Herrn sein. Wie der Bräutigam sich über seine Braut freut, so wird dein Gott sich über dich freuen.’5

Gott kennt alle Herzen, deshalb können wir Ihm vertrauen, dass Er uns mit einem Lebenspartner zusammenführt, der unseren Glauben teilt und durch dessen Charakterzüge und Zuneigung wir Freude finden. Gott sagt zu dir: “Mein Kind, nimm meine Worte zu Herzen. Ich schenke dir Weisheit, sie wird dir eine Krone verleihen, und sei nicht weise in deinen eigenen Augen.“ So höre auf den Herrn und gehorche Ihm. Sei immer umsichtig und besonnen. Auf all deinen Wegen denke an Ihn, dann ebnet Er selbst deine Wege. Er hat für die Aufrichtigen seine Hilfe bereit.’ - ‘Vereine dich daher nicht mit Ungläubigen‘ und ‘werde nicht Sklave eines Menschen.’ 6 Gott ist besorgt um uns und führt jeden, ‘der auf Ihn wartet und nach Ihm fragt’.7 Willst du dich für einen Lebenspartner entscheiden, bete ernstlich, bete für und mit deinem Liebsten, auch mit Eltern oder Seelsorgern, die dich aufgrund ihrer Lebenserfahrung beraten können. Später, in der Ehe, sollten wir jedoch die Eltern nicht über die Ehepartner stellen. Zudem ist es wichtig, schon vorher zu lernen, wie man eine gute Ehe führt, und sich vorzubereiten, um geistig reif zu werden.

Gott rät auch: “Arbeite zuerst für deinen Lebensunterhalt. Dann erst gründe eine Familie.“8 Mit einer Ehe vertraut Gott dem Mann eine hohe Verantwortung an. Nach Gottes weisem Plan möge er zum Schützer seiner Familie werden, indem er von Gott die Kraft dazu erhält. Er schütze die Gefühle seiner Frau. Und die Frau schütze das Herz ihres Mannes, denn er ist leichter und tiefer verletzbar, als man es ihm ansieht – weil er sich zum Schutz hinter Mauern zurückzieht. Er braucht auch Zeit, um Gefühle zu verarbeiten und zu überdenken, ohne bedrängt zu werden.

Jeder kann dem anderen ein Gefährte werden, bei dem sich der andere sicher fühlt. Gott sagt zu uns: “Wenn ihr dem Erschöpften zur Ruhe verhelft, ist das eine Erholung und ein Balsam. Dann wird mein Volk in Heimen des Friedens und an sorgenfreien Ruheplätzen wohnen.“9

„Herr, danke, dass Du mir in der Welt zur Seite stehst. Ich möchte nichts tun, was Du nicht gutheißen könntest. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass die Beziehung zu einem Partner uns beide – ihn und mich – zu Dir zieht, dass sie die Liebe zu Dir vermehrt und dass wir zusammen für Dich wirken können. Ich möchte für den Menschen, den ich liebe, ein guter Partner werden. Und Du allein sollst in diesem heiligen Bund der Dritte sein.“

1 i. Ps 91,11; 1Pet 5,8-9       2 i. Eph 6,12-18; 1Thes 5,8        3 i. 1Tim 6,10-15       4 s. Mt 24      5 i. Jes 62,3-5       6 i. Spr 4,4.9; 2,6-7; 3,6-7.21; 2Kor 6,14; 1Kor 7,23       7 i. Kla 3,25-26      8 i. Spr 24,27      9 i. Jes 28,12; 32,18


Dämmerungslied – Liebe ist geduldig

Sie ist ruhelos. Er klopft bittend an der Tür, sie öffnet nicht gleich, doch zurück blieb der Duft seines Wesens. Sie sucht ihn. Er ist herausragend, sein Gesicht, seine Hände und Füße sind edel, seine Worte voller Zuneigung. Als sie ihn findet, vergibt er ihr, und sie ist im Frieden so stark wie das Licht.

Gott klopft an unsere Herzenstür und bittet um Einlass, denn Er erzwingt nichts.1 Aber selbst, wenn wir uns verschließen, gibt Er nicht gleich auf. Er ist geduldig und lässt die Erinnerung an seine Güte wie einen Duft zurück. Seine Liebe überragte alles, als Jesus am Kreuz erhöht wurde.2 Sein Angesicht war von der Dornenkrone verletzt. Seine Hände, mit denen Er so vielen geholfen hatte, und seine Füße, mit denen Er zu so vielen Menschen gegangen war, wurden ans Holz geschlagen, doch Er hat bis zuletzt vergeben.

Wir können Ihn durch unsere Sünde und Eigensucht aus den Augen verlieren. Ohne Ihn sind wir ruhelos.3 Aber Er hält uns die Hand entgegen und wartet bereits mit seiner Vergebung auf uns, bis wir Ihn ‘suchen. Und wir werden Ihn finden, wenn wir von ganzem Herzen nach Ihm fragen. Not und Unglück lassen uns zu Ihm umkehren, damit wir auf seine Stimme hören. Er wird uns nicht aufgeben und seinen Bund mit uns nicht vergessen.4 ‘Er liebt uns unermesslich. In seiner Liebe und Barmherzigkeit hat Er uns, die wir in unseren Vergehen wie tot waren, zusammen mit Christus auferweckt. - Denn vorher war es in uns dunkel, jetzt aber sind wir ein Licht.’5 Durch Ihn werden wir stark zu überwinden und bei Ihm finden wir Frieden.6

Gott hat so viel Geduld mit uns. Lasst uns Ihm darin nacheifern. So, wie wir geachtet werden möchten, lasst uns den anderen achten. Herablassende Worte wie ’typisch Frau’ oder ’typisch Mann’ treffen im Grunde genommen den Schöpfer, der sie geschaffen hat. Selbst im Scherz Kritik zu üben, hinterlässt unsichtbare Wunden und wir opfern damit unser Glück. ‘Wenn man denkt, man diene Gott, und hält die Zunge nicht im Zaum, betrügt man sich selbst und der eigene Gottesdienst ist vergeblich. Denn wenn man schlecht über jemanden redet oder ihn verurteilt’ und ‘seine Mitmenschen verachtet und verächtlich über sie spricht, sündigt man.’ Doch ‘wer seine Worte zügelt und Ruhe bewahrt, ist ein verständiger Mensch’.7

Jesus bittet uns: “Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.“ Aber wir sehen oft den Splitter im Auge des anderen und sind blind für den Balken im eigenen Auge. Wir richten etwas, tun aber genau dasselbe auch.‘8 Wenn wir das erkennen, macht uns diese ‘Einsicht geduldig’, und ‘wenn wir die Fehler anderer zudecken, handeln wir in Liebe’.9 Gott möchte, dass wir umdenken, Er will unseren ‘Sinn und unser Herz erneuern‘, ‘damit sich nicht Bitterkeit und Unfrieden ausbreiten, die viele andere anstecken und die Beziehungen vergiften.’10 Deshalb ist es besser, miteinander zu reden, anstatt dem anderen etwas anzudichten, was nicht stimmt. Es ist besser ‘einander die Fehler und Sünden zu bekennen’, anstatt sie zu verharmlosen und zu rechtfertigen. ‘Lasst uns vielmehr ‘füreinander beten’ und ‘einträchtig im Gebet vereint’ bleiben.11

Wir wollen dem anderen helfen, im Lebenskampf zu überwinden, wollen ‘zueinander gütig und mitfühlend sein und einander vergeben, wie Gott uns vergeben hat’. Ja, wir wollen ‘untereinander eine beständige Liebe pflegen’, ‘denn die Liebe kommt von Gott.’12

„Herr, hilf mir, in Konflikten sanft und ruhig zu bleiben, nicht rechthaberisch zu werden, meine Meinung auch einmal zurückzustellen und mich nicht dadurch zu versündigen, dass ich unfreundlich und bissig werde. Ich möchte stattdessen versuchen, den anderen zu verstehen. Ich will mich fragen: Wie ist es, mit mir zu leben? Wie hören sich meine Worte an? Kann mein Schatz in meinem Sprechen und Handeln Dich und deine Liebe erkennen? So bitte ich Dich, verändere mich, dass ich ein Zeugnis für Dich werde. Ich will jeden Tag mein Leben und meine Pläne Dir übergeben, sodass Du freie Hand hast, damit zu arbeiten. Und ich danke Dir für deine liebevolle Geduld.“

1 s. Offb 3,20 2 s. Joh 12,32 3 s. Jes 59,1-2.12-13.20 4 i. 5Mo 4,29-31 5 i. Eph 2,4-9; 5,8-10 6 s. Joh 14,27 7 i. Jak 1,26; 4,11; Spr 11,12; 14,21; 17,27 8 s. Lk 6,36-42; Röm 2,1 9 i. Spr 19,11; 17,9 10 i. Ps 51,11-12; Heb 12,14-15 11 i. Jak 5,16; Apg 1,14 12 i. Eph 4,32; 1Pet 4,8; 1Jo 4,7


Hohelied – Liebe liebt bedingungslos

“Die wahre Liebe ist so stark, dass selbst der Tod sie nicht bezwingt. Ungebrochen bis über das Grab hinaus ist die Macht ihrer Hingabe. Ihr Feuer brennt mit unvergänglichem Glanz, sie ist eine Flamme des ewigen Gottes. Auch die größten Wasserfluten können sie nicht auslöschen. Unbesiegbar ist die wahre Liebe von Gott.“

Gott ist ein ewiger Gott, und so ewig ist auch seine Liebe.1 Du kannst Ihm vertrauen, bedingungslos – so bedingungslos wie Er dich liebt und annimmt. Er hat dich schon immer geliebt und bereits vor Urzeiten den Plan zu deiner Rettung angekündigt.2 Es ist eine so mächtige Hingabe zu dir, dass Er selbst den Tod nicht scheute.3 In dieser konsequenten Hingabe nahm es Jesus als Herr und Gott des Universums auf sich, Mensch zu werden, sich wie einen verlorenen Sünder kreuzigen zu lassen und zu sterben. Er und sein Vater haben einen Schmerz auf sich genommen, den kein Mensch nachvollziehen kann oder je erleiden wird ... und das für dich. Wenn du der einzige Mensch auf der Welt wärst, hätte Gott es auch getan. Es schmerzt Ihn immer, wenn Er eines seiner Menschenkinder verliert. Er tut alles, um zu retten – und Er hat über den Tod gesiegt.4 Seine Liebe wird bei Jesu Rückkehr das Grab der Erlösten durchdringen und sie mit seinem Ruf ins Leben zurückholen – in das ewige Leben, das keiner mehr nehmen kann.5

Gottes Liebe ist ‘die Offenbarung der Wahrheit’ und der ‘Lichtglanz der Frohen Botschaft. Denn Gott, der gesagt hat: ’Aus der Finsternis wird Licht hervorleuchten!’, Er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet zu jener Erkenntnis, dass man die ganze Herrlichkeit der Liebe Gottes in Jesus sieht’.6 Diese Liebe ist sein Ruhm, der ewig besteht. Keine Macht der Finsternis kann sie auslöschen, keine Gewalt der Sünde sie wegschwemmen.7 Seine Liebe ist unbesiegbar.

‘Ich bin, der ich bin’, das ist sein Name, ‘Ich bin ewig, ich bin die Liebe, ich bin da, immer.’8 Es ist eine Liebe, der wir vertrauen können, Er ist ein Gott, dem wir uns anvertrauen können – für immer!

‘Die Liebe Gottes wurde auch in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben wurde.’9 Er führe uns immer mehr in die Wahrheit über Gott, damit sein Licht durch uns leuchtet und es unsere Mitmenschen zu Ihm zieht.10 Selbst wenn wir Liebe für sie brauchen, können wir Gott darum bitten.

Und wenn zwei Menschen als Paar gemeinsam Schwierigkeiten meistern, dann verbindet sie das. Ihr werdet als Paar immer stärker daraus hervorgehen, indem eure Liebe zueinander wächst. ‘Gott selbst wird euch, die ihr für eine kurze Zeit gelitten habt, vollkommen machen, kräftigen und gründen.’11 Und ‘wenn einer fällt, so richtet ihn der andere wieder auf. Könnte auch jemand einen Einzelnen überwältigen, so können ihm jedoch zwei zusammen widerstehen. Und eine dreifache Schnur kann nicht so schnell zerrissen werden’, wenn Gott der Dritte im Bund ist.12 Denn Er sagt: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“13

Mit seiner Liebe werden wir so wie Er bereit sein, für den anderen ‘unser Leben zu geben. Das ist sein Gebot, dass wir Jesus glauben und uns einander lieben’.14 Die Liebe in der Familie ist ein Symbol für Gottes Liebe zu uns, und so ist der Ehebund ein Sinnbild für Gottes Bund der Treue.

„Herr, ’mein Herz hängt an Dir, und deine starke Hand hält mich aufrecht’.15 ’Kein Ohr hörte und kein Auge sah jemals so einen Gott wie Dich, der Du an dem handelst, der auf Dich vertraut.’16 Ich will deine Liebe in meinem Herzen nie von Umständen oder Menschen auslöschen lassen. Du warst zwischen den beiden anbetenden Engeln auf deiner Bundeslade im Heiligtum gegenwärtig, so sei auch mit uns beiden, damit wir zu einer Einheit mit Dir in der Mitte zusammenwachsen. Und Herr, ich will meinen Schatz so lieben, wie er noch nie geliebt worden ist.“

  1. s. Jer 31,3
  2. s. Jes 44,6-8; 46,10-11
  3. s. Joh 15,13
  4. s. Hes 33,11; Hos 11,8; 13,14
  5. s. Joh 6,40
  6. i. 2Kor 4,2-6
  7. s. Jes 55,13; 43,1-3; 44,22
  8. s. Jes 48,12; 52,6
  9. i. Röm 5,5
  10. s. Dan 12,3
  11. i. 1Pet 5,10
  12. i. Pred 4,9-12
  13. i. Mt 18,20
  14. i. 1Jo 3,16.23
  15. i. Ps 63,9
  16. i. Jes 64,3

Königslied – Liebe gewinnt

Reichtum könnte nicht ihre Liebe erwerben. Das Mädchen übergab sich selbst seiner Liebe. Er wurde ein reicher Herr über den kostbaren Garten, der sie ist und den sie ihm schenkt, und er gibt viel für ihre Sicherheit. Wie Balsam ist die Liebe.

Gott hat den Heilsplan zu unserer Erlösung bereits vor Erschaffung der Welt gelegt und bezahlte schließlich einen unermesslichen Preis für uns.1 Wir wurden nicht mit Gold erworben, sondern wir sind Ihm so kostbar, dass Er sein eigenes Leben dafür gab.2

Selbst Gott kann nicht Liebe und Vertrauen von uns erzwingen oder erkaufen. Nur freiwillig gegebene Liebe ist wahre Liebe – nur sie allein erstrebt Gott. Er will keinen Dienst aus Furcht vor Strafe. Deshalb bezeugt Er uns in seinem Wort, dass nicht Er, sondern die trennende Sünde uns tötet. Davor will Er uns retten, koste es, was es wolle. Und es kostete Jesus das Leben. Er bewies uns dadurch eine Vertrauenswürdigkeit und eine Liebe, die allein Vertrauen und Liebe wecken können.

Gott wollte keine willenlosen Marionetten, sondern selbstständig denkende Kinder. Deshalb schenkte Er uns Entscheidungsfreiheit. Er achtet uns als individuelle Persönlichkeiten so hoch und respektiert unsere Freiheit so sehr, dass Er lieber dafür sterben wollte, als uns diese Freiheit zu nehmen. Nur mit der Wahrheit über seinen Charakter will Er uns gewinnen. Und da Jesus selbst Gott ist, konnte Er Gottes Wesen vollkommen offenbaren – das war sein Werk auf Erden.3 Es ist die Wahrheit über Gott, die unsere Herzen im Vertrauen öffnet, damit wir uns für Ihn entscheiden. Gott zu erkennen und mit Ihm verbunden zu sein, bedeutet ewiges Leben, das Er uns bei Jesu Rückkehr gibt.4 Wenn Er kommt und die Erlösten auferweckt, wird Er uns heim-bringen.5 Nichts mehr wird uns trennen.6 Gott ist unser Vater, wir sind seine Kinder. Er ist Unser, und wir sind Sein.

Auch unter uns Menschen ist es das größte Geschenk, sich selbst zu verschenken. Diese Hingabe kann unsere Partner zu uns und zu Gott ziehen – sie bringt Früchte, die bestehen bleiben. Denn das Einzige, das wir bei Jesu Rückkehr in die Ewigkeit mitnehmen, ist der Charakter, den wir durch seine Hilfe und sein Wort entwickeln, und die Menschen, die wir für Ihn gewinnen.

Lasst uns daher Gott bitten, dass unser Handeln und unsere Worte nicht trennen, sondern wie ein Balsam der Liebe Gottes sind, das heilt, vereint und gewinnt. Wir wollen unsere Partner als den kostbaren Schatz sehen, für den Jesus gestorben ist.

Wir wollen sagen können: “Ich und alle in meinem Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“7 ‘Wir sind seine Familie, sein Volk, damit wir seinen guten Charakter verkünden.’8 So ‘sei stark und mutig, und handle. Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt! Denn Gott wird mit dir sein. Er wird dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen, bis aller Dienst vollendet ist.’9 Er sagt: “Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz sei nicht niedergeschlagen, auch nicht ängstlich. - Denn seht, ich erschaffe eine neue Erde. Freut euch über all das! Und ich selbst werde mich über mein Volk freuen.“10

Sein Erbe für uns und der Plan der Erlösung und vor allem sein Charakter der Liebe sind unvergleichlich, unbeschreiblich und über alles erstaunlich. ‘Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und sich kein Mensch je in seinem Herzen erträumte, das hat Gott für die bereit, die Ihn lieben.’11

„Herr, es ist erstaunlich, dass Du uns Menschenkinder als deinen Lohn für deine Hingabe ansiehst. Diese Freude möchte ich mit meinen Liebsten teilen. Und ich möchte es weitergeben und einladen, damit ich so viele Menschen wie möglich mit heimbringen kann. Es wird unbeschreiblich sein, in deine Arme heimzukommen. Und Du kommst schon bald, sehr bald, um uns heimzuholen. Du liebst uns. Und wir lieben, denn Du hast uns zuerst geliebt.“12

  1. s. Jes 40,28
  2. s. 1Pet 1,18-19
  3. s. Kol 2,9
  4. s. Joh 17,3-4; 8,31-32
  5. s. Offb 2,7
  6. s. 1Thes 4,17-18
  7. i. Jos 24,15
  8. i. 1Pet 2,9
  9. i. 1Chro 28,20
  10. i. Joh 14,27; Jes 65,17-19
  11. i. 1Kor 2,9-10
  12. i. 1Jo 4,19

Jaimée M.